Einfach zwischendurch helfen

Was kommt nach der Schule? Gleich der Start ins Berufsleben oder der Beginn eines Studiums? Oder ist es womöglich gar keine schlechte Idee, ein Freiwilliges Soziales Jahr dazwischenzuschieben, um die eigene Persönlichkeit reifen zu lassen?

Dominik Schreiegg macht seit September beim Rettungsdienst des Roten Kreuzes in Mindelheim mit. Er tut das freiwillig. Dominik hat einfach selbst mal bei der Wache nachgefragt. Thomas Müller kannte er schon. Das ist der Leiter der Wache. In den Rettungsdienst würde er gerne reinschnuppern, stellte er sich vor. Zu dieser Zeit hatte er seine Lehre als Kunststoffformgeber weitgehend abgeschlossen.

Beim Roten Kreuz waren sie froh über das Hilfsangebot eines jungen Mannes, der derart motiviert zu Werke geht. Seit die Bundesregierung die Wehrpflicht praktisch abgeschafft hat, kommen kaum noch Zivildienstleistende nach. Schon vorher war es schwierig, weil der Pflichtdienst auf sechs Monate verkürzt war. Weil mehrere Wochen Schulung dazu kamen, waren die Zivis kaum noch da, sagt Thomas Pfaus, Leiter des Rettungsdienstes beim BRK-Kreisverband in Mindelheim. Empfindliche Lücken tun sich auf – bei Essen auf Rädern, beim Krankentransport und im Rettungsdienst. Der Leiter der Wache in Mindelheim, Thomas Müller, sagt, der Kreisverband des Roten Kreuzes könnte gut vier, fünf junge Leute brauchen. Und ein klein wenig hoffen Müller und Pfaus, dass sich der eine oder andere des Abiturdoppeljahrganges – auch Mädchen sind willkommen – für ein Soziales Jahr begeistern lässt. Einfach beim Roten Kreuz in Mindelheim vorbeischauen genügt, sagt Pfaus.

Dominik Schreiegg hat erlebt, dass man sich um ihn kümmerte. Bevor er sich entschieden hat, legte er erst einmal ein paar kurze Praktika ab. Dann war klar: Der 20-Jährige aus Stockheim will bei den Helfern mitmachen, bei denen immer so eine gute Stimmung herrscht.

Den Schritt hat er nie bereut, obwohl er im Monat nur 390 Euro auf die Hand bekommt. Im Gegenteil. Innerhalb seines freiwilligen Jahres lässt er sich zum Rettungssanitäter ausbilden. Der Leiter des Rettungsdienstes, Thomas Pfaus, ist überzeugt, dass sich eine solche Qualifikation gut in jeder Bewerbungsmappe macht. „Die Betriebe achten immer mehr auch auf solche Eigenschaften“, sagt er. Auch kann er den Führerschein für Klein-Lastwagen C1 machen.

Schreiegg schätzt die Abwechslung. Und er ist jung genug, dass ihm auch Blaulichtfahrten Spaß machen. Besonders aber erlebt er dankbare Menschen, denen er und seine Kollegen helfen konnten. Meist ist er im Krankentransport eingesetzt. Dominik hat sich jedenfalls bereits fest vorgenommen, dem Roten Kreuz auch über den Sommer hinaus treu zu bleiben. An Wochenenden und Feiertagen will er beim ehrenamtlichen Rettungsdienst mithelfen. Dass er da auch nachts raus muss, ist ihm klar. Das kennt er auch von der Feuerwehr, der er in Stockheim angehört. Die Woche über will er dann wieder in seinen alten Beruf einsteigen.

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