Blutspendemobil in Memmingen und Mindelheim
Rund 600 Liter Blut am Tag benötigen bayerische Krankenhäuser und Praxen für ihre Patienten. Die Nachfrage nach dem lebensrettenden Saft kennt keine Ferien – das Angebot dagegen schon: In der Urlaubszeit ist es besonders schwer, an die wichtigen Blutkonserven zu kommen. Genau 100 Spendenwillige wurden letzte Woche auf dem Memminger Marktplatz willkommen geheißen, wo fast sieben Stunden lang das Blutspendemobil des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) Station machte. Einen Tag zuvor kamen auf den Mindelheimer Marienplatz 69 Spender.
Anja Endras vom BRK-Blutspendedienst kennt die Gründe für Blutengpässe in Ferienzeiten: „Die treuen Spender sind im Urlaub, und bei schönem Wetter lockt eher der Badesee als der Spendetermin.“ Die Lage verschärft sich laut Endras durch die „erhöhte Reisetätigkeit“, die „vermehrt zu Unfällen“ führe. Und Blut ist nur begrenzt haltbar: „Man kann keine Vorräte in großen Mengen bunkern“, erläutert Endras. „Wir sind darauf angewiesen, dass Spender immer spenden.“ Nachdem Blutdruck und Körpertemperatur gemessen sind und Spender Andreas Karg seine Kreuzchen auf den obligatorischen Fragebogen gemacht hat, liegt der 33-Jährige auf einer der sieben „Entnahmeliegen“ im Blutspende-Mobil.
Über einen Artikel in der MZ hat er vom Spendetermin auf dem Marktplatz erfahren und nutzt jetzt seine Mittagspause, um „Gutes zu tun“. Das wollen auch andere: Bereits in der ersten Stunde steigen 20 Spender die Stufen des klimatisierten Lastwagens hinauf. „Ein guter Schnitt“, resümiert Ärztin Christa Kalbfell. Fünf Erstspender sind darunter. Karg lässt sich schon zum 58. Mal den Lebenssaft abzapfen. Nach fünf Minuten kann er die Liege verlassen. Jetzt gibt es einen kleinen Imbiss und dann geht der 33-Jährige wieder zum Arbeiten.
Quelle: Memminger Zeitung

