
Sie sind einfach immer da, wenn sie gebraucht werden. Die 20 Frauen der Bastelgruppe des Roten Kreuzes (BRK) Mindelheim unter Leitung von Martina Dausch stricken, häkeln, nähen und basteln das ganze Jahr über, um am Ende
ihre mit viel Liebe handgefertigten Unikate beim Weihnachts- oder Osterbasar zu verkaufen. Das Geld nehmen sie her, um älteren Menschen in Mindelheim eine Freude zu bereiten: Bei der Adventsfeier alljährlich im Forum wird davon Kaffee und Kuchen gekauft. Das Glück der Älteren ist ihr Lohn.
Abertausende Stunden für andere freiwillig geleistet
Dieser Gemeinschaftsgeist der ehrenamtlichen Helfer des Roten Kreuzes war auch am Freitagabend bei der Jahresfeier der örtlichen BRK-Gemeinschaften im Rotkreuzhaus zu spüren. Nach einem gemeinsamen Essen zeugten die Berichte der einzelnen Abteilungen von einem immensen selbstlosen Einsatz der Helfer für andere.
Abertausende Stunden dienten die 73 Mitglieder der Bereitschaft ehrenamtlich. Und auch die hauptamtlichen Kräfte des Roten Kreuzes hängen wie selbstverständlich hunderte, in Einzelfällen tausende freiwillige Stunden an ihre Dienstzeiten an. Der Chefarzt des BRK-Kreisverbandes Unterallgäu, Dr. Uwe Pardey, formulierte es in seinem Grußwort so: Auch heutzutage sei es möglich, ehrenamtlich Menschen zu helfen. Die Aktiven des Roten Kreuzes in Mindelheim machten es täglich vor. Einige Mitglieder, die schon besonders lange dabei sind, wurden an dem Abend geehrt.
Dass sich so viele beim Roten Kreuz engagieren, kommt nicht von ungefähr. Das Geheimnis heißt gegenseitiger Respekt und Anerkennung. Corona Gröschl etwa lobte im Namen des Frauenarbeitskreises Kreisgeschäftsführer Wilhelm Lehner und dessen Kollegen Markus Riker von der Sozialarbeit dafür, „dass sie unsere Arbeit stets anerkennen und unterstützen“. Ähnlich äußerte sich Katharina Rauch als Leiterin der Bereitschaft. Kreisbereitschaftsleiter Rudolf Blessing sagte, das Rote Kreuz biete jedem ein Plätzchen, der sich engagieren wolle. Die Botschaft: Wer eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung sucht – beim Roten Kreuz findet er sie.
Auch die Jungen fühlen sich in dieser Gemeinschaft offensichtlich wohl. Der Leiter der Wache, Thomas Müller, berichtete von vier jungen Leuten, die ein freiwilliges soziales Jahr abgeleistet haben. Einer von ihnen verlängerte nun sogar um ein weiteres Jahr, so gut aufgehoben fühlt er sich im Rettungsdienst.
Das Jugendrotkreuz ist um drei Neuzugänge auf 54 Mitglieder angewachsen. Dagmar Rustler und Rosmarie Asmanis berichteten von der guten Gemeinschaft, die hier herrsche. Ausflüge und gemeinsames Spielen gehört ebenso dazu wie die Statistenrolle als Verletzte bei Großübungen der Feuerwehr, „damit die was zu retten hat“, wie es Asmanis mit einem Augenzwinkern formulierte.
Dass dabei die Erfolge nicht auf der Strecke blieben, bewies die Teilnahme der Bambinis beim Bezirkswettbewerb
in Günzburg. Dort holten die Mindelheimer den dritten Platz. Höhepunkt des Jahres war laut Rustler allerdings der Behindertenball mit Maskenprämierung, den der Rot-Kreuz-Nachwuchs ausrichtet.
Die Rettungswache war im Vorjahr immer wieder schwer gefordert. Thomas Müller erinnerte an den tödlichen
Verkehrsunfall bei Erkheim, den ein Geisterfahrer ausgelöst hatte. Mehrere Verletzte waren nach einer Explosion in Zaisertshofen zu versorgen. Die Erkrankung von 60 Bewohnern eines Kurheims in Bad Wörishofen mit Noroviren bedeutete für das Rote Kreuz eine logistische Herausforderung, mussten die Erkrankten doch auf mehrere Krankenhäuser verteilt werden.
Die 18 hauptamtlichen Mitarbeiter lobte Müller für ihren freiwilligen Einsatz. Namentlich erwähnte er Markus Böhm, Martin Maier, Gerhard Schorer, Katharina Rauch und andere, die teilweise über 1000 freiwillige Stunden geleistet hätten.
Vizebürgermeister Herbert Kugler hob das „fantastische Engagement“ und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt hervor. Für die Mindelheimer Feuerwehr überbrachte Peter Miller Grüße.
Polizeichef Zielbauer würdigt das positive Signal
Beeindruckt vom Geist der Helfer zeigte sich auch der neue Leiter der Polizeidienststelle Mindelheim, Gerhard Zielbauer. Es gehe ein positives Signal „von Ihnen aus“, sagte er zu den Rotkreuzlern.
Gute Nachricht hatte am Ende Wilhelm Lehner. Die Rettungswache soll heuer mit einem Anbau erweitert werden. Ein Aufzug, ein behindertengerechtes WC, Büroräume und weitere Unterstellflächen für die Rettungsfahrzeuge werden gebaut.
Quelle: Mindelheimer Zeitung